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Malteser Diözese Berlin

Bürgermedaille für Dorothee Schmitz-Stevens: Ehrenamt ist bei ihr Familiensache

19.10.2018
Die Preisträgerin Dorothee Schmitz-Stevens...
...und ihre große Familie.

Dorothee Schmitz-Stevens setzt sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe für die Malteser ein. Dafür wird die Mutter von fünf Kindern nun mit der Bürgermedaille des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf ausgezeichnet.
Berlin. Dorothee Schmitz-Stevens ist ein Familienmensch durch und durch. Und ihre Definition von Familie ist groß. Als gebe es für die Mutter von fünf Kindern nicht schon genug Trubel, schenkt sie auch noch anderen Menschen ihre Zeit: Seit vielen Jahren setzt sich die 48-Jährige ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe für die Malteser ein und hilft vor allem jungen Geflüchteten, in Berlin anzukommen. Für dieses Engagement wird sie am Freitag, 19. Oktober, mit der Bürgermedaille des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf ausgezeichnet.

Dorothee Schmitz-Stevens lebt mit ihrem Mann, den vier Söhnen und einer Tochter im Alter von acht bis 18 Jahren im Berliner-Westend. Als in ihrem Kiez vor drei Jahren viele Menschen vor Krieg und Verfolgung in ihren Heimatländern Zuflucht suchten, wollte die Charlottenburgerin ihnen unbedingt helfen, in Berlin anzukommen. Bevor die Flüchtlinge in die Notunterkunft im Internationalen Congress Centrum (ICC) umzogen, herrschte in der spontan eingerichteten Notunterkunft in der Messehalle 26 das Chaos, erinnert sich Schmitz-Stevens. Davon ließ sie sich nicht einschüchtern. Die Geschichts- und Lateinlehrerin tat das, was sie gelernt hatte: unterrichten. Die Lehrerin begrüßte die jungen Geflüchteten und half ihnen, die Sprache zu lernen. „Es war eine verrückte Aufgabe, aber es hat großen Spaß gemacht.“

Später begleitete die Ehrenamtliche den Umzug der Flüchtlinge ins ICC und setzte ihr Engagement fort. Sie unterrichtete nicht nur Deutsch, sondern half den Angekommenen auch dabei, sich in dem für sie fremden Land mit seinen neuen Werten zu orientieren – und das mitunter sehr praxisnah. Für 16 männliche Flüchtlinge organisierte sie etwa einen Ausflug ins Schwimmbad. „Ein echtes Erlebnis“, erinnert sich Schmitz-Stevens. Da viele Flüchtlinge nicht schwimmen konnten, hatte sie die jungen Leute vorher auf den Besuch im Stadtbad Schöneberg vorbereitet. „Wir haben darüber gesprochen, was wir anziehen und mitnehmen und welche Baderegeln es gibt.“

Noch heute, drei Jahre nach der großen Flüchtlingswelle, ist Dorothee Schmitz-Stevens für die jungen Männer da, wenn sie Hilfe benötigen oder jemanden zum Reden brauchen. „Viele von ihnen sind ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen. Ich bin für sie eine Mischung aus Mama und Freundin“, erklärt sie.

Ihre eigene Familie kommt dabei nie zu kurz. „Wir werden von den jungen Leuten zum Essen eingeladen und meine Söhne verabreden sich zum Fußballspielen mit ihnen.“ Anderen zu helfen, gehört in der Familie von Dorothee Schmitz-Stevens wie selbstverständlich dazu. So ist es kein Zufall, wie die Berlinerin damals auf die Malteser aufmerksam wurde: Ihr Sohn ließ sich in der Malteser Jugend als Schulsanitäter an der Sankt-Franziskus-Schule ausbilden. „Meine Kinder waren es, die mich auf die Malteser gebracht haben.“

Ihre Kinder sind es auch, die Dorothee Schmitz-Stevens zur Preisverleihung der Bürgermedaille begleiten werden. „Ich freue mich total über die Auszeichnung, aber mir fallen auch auf Anhieb zehn Leute ein, die sie mehr verdient hätten als ich.“
 

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