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Malteser Diözese Berlin

Malteser üben den Katastrophenfall: Dramatische Szenen nach Konzertbesuch

15.10.2018
Verletztendarsteller boten ein realistisches Szenario für die übenden Einsatzkräfte.
In jedem Einsatz ist gemeinschaftliches Handeln wichtig.
Die Einsatzleitung überzeugt sich vor Ort vom Stand der Rettungsarbeiten.
Ohne Betreuungsdienst kein Großeinsatz: Andreas und Rebecca Stachetzki versorgten mit ihrem Team die Helfer mit ausreichend Wasser und natürlich Essen.
Eindrucksvolle Kulisse: Sammeln aller Einsatzkräfte vor dem Olympiastadion in der morgendlichen Oktobersonne.

Schwarzer Rauch dringt aus den Fenstern und Türen des Hauses, von drinnen wummern die Elektrobässe nach draußen, Menschen schreien um Hilfe. „Hallo, bitte, Sie müssen uns hier rausholen!“ Eine Frau irrt umher und sucht nach ihrer Tochter: „Mausi, wo bist Du?“ Zwei Feuerwehrmänner mit Atemschutzmasken kommen aus dem Gebäude. Sie stützen einen Mann, der stark an Kopf und Hals blutet, bringen ihn ins Freie und übergeben ihn an die Sanitäter. Dutzende Helfer der Malteser sind mit elf Fahrzeugen vor Ort.

So beginnt die Katastrophenschutzübung mit dem Namen „Sommerbrise“. Einsatzkräfte der Berliner Malteser, der Freiwilligen Feuerwehren Wittenau, Wilhelmsruh und Frohnau sowie des Technischen Hilfswerks Potsdam waren daran am Sonnabend auf dem Polizeiübungsgelände in Berlin-Ruhleben beteiligt. „Wir trainieren so, als würde es sich um einen Ernstfall handeln“, sagte Übungsleiter Lucas Stachetzki, der sich das Drehbuch ausgedacht hat. Bei dem fiktiven Einsatz soll überprüft werden, ob die Rettungsketten und die medizinische Versorgung bei einer realen Großlage funktionieren.

Simuliert wurde, dass überall in der Hauptstadt Feierlichkeiten zum Christoph-Kolumbus-Gedenktag stattfinden. Die Berliner Rettungsdienste sind ausgelastet und werden alarmiert, als es auf einer der Veranstaltungen bei einer Feier mit Konzert und Tanz zu einer Explosion kommt. Unter anderem können ein Kommandowagen, ein Krankentransportwagen und zwei Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge eingesetzt werden, die direkt zu dem Brand fahren. Zahlreiche Verletzte - gespielt von Freiwilligen der Realistischen Unfalldarstellung des Malteser Hilfsdienstes - müssen gerettet werden. Schwierig macht den Einsatz, dass die Feiernden panisch sind und teilweise unter Drogeneinfluss stehen.

„Die Geräuschkulisse setzt die Einsatzkräfte zusätzlich unter Stress. Die laute Musik erschwert das Funken und Kommunizieren mit den Rettungskräften“, erklärt Übungsbeobachter Dominik Ebert, der sich während des Einsatzes Notizen macht, was gut lief und was die Einsatzkräfte hätten besser machen sollen. Die Schwierigkeit liege darin, dass jeder einzelne bei der Vielzahl der Verletzten nicht den Überblick verliere. „Die Einsatzkräfte müssen die Lage erkennen und einschätzen, Kräfte koordinieren, den Schweregrad der Verletzung kategorisieren und überlegen, wo ein Behandlungszelt aufgestellt werden kann.“

Noch sind nicht alle Verletzten aus dem Gebäude: Auf einen Dachvorsprung hat sich eine junge Frau ins Freie gerettet, die nun jedoch bewusstlos ist. Die Feuerwehr holt sie mit einer Drehleiter, legt die Verletzte auf eine Trage und übergibt auch sie an die Helfer des Malteser Hilfsdienstes. Einige Meter weiter beugt sich eine Sanitäterin über einen Mann und deckt seine offene, blutende Bauchwunde mit einem sterilen Verband ab. Gleich daneben versorgt eine Helferin eine Schnittwunde am Arm eines Konzertbesuchers.

Dass die Verbrennungen und chirurgischen Wunden täuschend echt aussehen, ist dem Team der Realistischen Unfalldarstellung der Malteser zu verdanken. Catharina Wurf und ihre Kollegen sorgen dafür, dass die Verletztendarsteller seit dem frühen Morgen als Verwundete geschminkt wurden. Vorher gibt es noch letzte Anweisungen an die Mimen: „Versucht, die Helfer zu binden! Ihr dürft sie stressen, aber nicht zu sehr und lasst Euch schön immunisieren!“

Bis in den Abend und auch am darauffolgenden Sonntag dauert die Übung an. Das fordert auch den Betreuungsdienst heraus, der für die kurzfristige Versorgung der rund 100 Teilnehmer zuständig ist. Am Ende eines langen "Trainings"-Wochenendes ziehen die Verantwortlichen ein positives Fazit. „Wir haben sehr viele ‚Learnings‘ aus diesen Tagen mitnehmen können und auch wieder gesehen, wo es Schwachstellen gibt, an denen wir arbeiten müssen“, so Übungsleiter Lucas Stachetzki. Einig sind sich alle über eines: Ohne ehrenamtliche Helfer geht es bei tatsächlichen Katastrophen nicht.

 

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