Neujahrsempfang der Malteser: „Von Mensch zu Mensch Gutes tun, das ist es, was diese Stadt braucht“

Die Berliner Malteser feierten am Mittwoch im Maltesersaal ihren Neujahrsempfang mit zahlreichen Gästen. Foto: Malteser Berlin
Zu den Höhepunkten des Abends gehörte auch die Berufung von Angela Semmerow zur neuen Diözesanoberin, die zuvor bereits in einem festlichen Gottesdienst den Segen für diese Aufgabe von Weihbischof Matthias Heinrich erhalten hatte. Foto: Sebastian Holder
Diözesanoberin Angela Semmerow sieht eine wichtige Aufgabe der Malteser darin, besonders für hilfsbedürftige Menschen in der Hauptstadt da zu sein. Foto: Sebastian Holder
Dr. Elmar Pankau (Vorsitzender der Malteser-Bundesgeschäftsführung), Anne Michel (stellvertretende Diözesanoberin), Carmen Ripoll (Diözesanoberin a.D.) Daisy Gräfin Bernstorff (Generaloberin der Malteser in Deutschland), Angela Semmerow (neue Diözesanoberin) sowie Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth (ehrenamtlicher Diözesanleiter der Malteser im Erzbistum Berlin) (v.l.n.r.) Foto: Malteser Berlin

Berlin. Annett-Susann Stelter ist zum ersten Mal beim Neujahrsempfang der Malteser dabei, und sie ist nicht allein gekommen.  Seit zwei Monaten engagiert sich die Berlinerin ehrenamtlich bei den Maltesern, begleitet eine ältere Dame zu Kulturveranstaltungen in der Hauptstadt. „Warum also nicht auch den Neujahrsempfang der Malteser nutzen, um wieder gemeinsam auszugehen?“, dachte sich die Berlinerin und brachte ihre neue Bekannte gleich mit. Die Ehrenamtliche gehörte am Mittwoch zu den 150 Gästen, die die Malteser eingeladen hatten, um ihnen beim diesjährigen Neujahrsempfang für ihr Engagement zu danken.

Denn im Mittelpunkt des Abends standen nicht Gäste aus Politik, Kultur und Sport, sondern die Menschen, von der die Hilfsorganisation seit vielen Jahren getragen wird und die sie lebendig macht: ehrenamtlich Engagierte. Was diese Menschen leisten, machte Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth, ehrenamtlicher Diözesanleiter der Malteser im Erzbistum Berlin, in seiner Eröffnungsrede deutlich. Ob in der Geflüchtetenhilfe, im Katastrophenschutz oder bei sozialen Projekten für Einsame: Die Ehrenamtlichen sind in der Hauptstadt genau dort, wo sie gebraucht werden und „leisten anerkannte, gute Arbeit“. Neue Angebote wie der vom Familienministerium geförderte Kulturbegleitdienst oder ein Foodtruck für Bedürftige gehören zu den Angeboten, die die Malteser in Berlin auf den Weg gebracht haben oder noch bringen werden.

Eine Beobachtung, die auch Elmar Pankau, Vorsitzender der Malteser-Bundesgeschäftsführung, über die Jahre hinweg gemacht hat: Die „Berliner“ hätten schon immer viel gewagt und neue Dienste auf den Weg gebracht, die bundesweit andere Malteser wiederum inspiriert haben. „Sie in Berlin gehören immer wieder zur Avantgarde der Malteser“, sagte Pankau zu den Anwesenden.

Berufung der neuen Diözesanoberin

Zu den Höhepunkten des Abends gehörte auch die Berufung von Angela Semmerow zur neuen Diözesanoberin, die zuvor bereits in einem festlichen Gottesdienst den Segen für diese Aufgabe von Weihbischof Matthias Heinrich erhalten hatte. Sie übernimmt das Ehrenamt von der gebürtigen Spanierin Carmen Ripoll, die mit ihrer Familie nach Barcelona gezogen ist. Daisy Gräfin Bernstorff, Generaloberin der Malteser in Deutschland, wünschte der neu ins Amt Berufenen viel Kraft für diese Aufgabe und dankte zugleich Ripoll für ihr sechs Jahre andauerndes Engagement an der Spitze des ehrenamtlichen Leitungsteams in Berlin. Besonders beeindruckt zeigte sie sich vom Einsatz der aus dem Amt scheidenden Oberin Carmen Ripoll am Zentralen Omnibusbahnhof. Dort kümmerte diese sich um hunderte Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die dort seit März täglich in Bussen ankamen, versorgte sie mit Essenspaketen und sorgte für geregeltere Abläufe vor Ort. „Du hast bis zur Aufopferung am ZOB gearbeitet, immer fröhlich und mit einer Fülle an Optimismus“, sagte die Generaloberin.

Auch die neue Diözesanoberin sieht sich in ihrem Amt als Ansprechpartnerin für die Menschen in der Hauptstadt, die besonders Hilfe benötigen. Berlin sei oft sehr laut und es dürfe nicht sein, dass Menschen unsichtbar werden, die sozial benachteiligt sind, einsam, krank oder alt. „Von Mensch zu Mensch Gutes tun und Nächstenliebe praktizieren, das ist es, was diese Stadt braucht“, sagte Angela Semmerow in ihrer Begrüßungsrede an die Ehrenamtlichen. Gemeinsam mit Anne Michel als ihre Stellvertreterin ist sie vor allem für die Ehrenamtlichen in den Sozialen Diensten zuständig. „Es ist keineswegs selbstverständlich, dass jemand ehrenamtlich eine solche Führungsaufgabe übernimmt“, sagte Fürstenwerth und wünschte dem neuen Leitungsteam Erfolg in dieser verantwortungsvollen Rolle.

Auszeichnungen für herausragendes Engagement

Sowohl Anne Michel als auch Carmen Ripoll erhielten an diesem Abend für ihr herausragendes Engagement die Verdienstplakette in Bronze von den Maltesern.

Die Verdienstplakette in Silber bekam Oliver von Lonski für sein langjähriges Engagement in den Einsatzdiensten.

Die Covid-19-Einsatzmedaille bekamen Ehren- und Hauptamtliche überreicht, die sich durch großes persönliches Engagement und hohe Einsatzbereitschaft während der Corona-Pandemie für die Berlinerinnen und Berliner eingesetzt hatten.