„Berlin hat Marathon vor sich“: Präsident und Vorstand der Malteser besuchen Einrichtungen für Geflüchtete in der Hauptstadt

Besuch im zukünftigen Ankunftszentrum Tegel: Imke Siefer (r.), Projekt-Managerin der Malteser, erläutert Malteser-Präsident Georg Khevenhüller und Vorstand Elmar Pankau in Begleitung von Henric Maes, Diözesangeschäftsführer der Berliner Malteser die Abläufe (v.l.). Foto: Malteser Berlin
Die Besuchergruppe im Ankunftsbereich des ehemaligen Flughafens Tegel: Hier begrüßen sonst Info-Teams der Malteser - in orangefarbenen Westen - die ankommenden Menschen aus der Ukraine. Foto: Malteser Berlin
Blick auf einen ehemaligen Wartebereich des Flughafens, in dem jetzt seit dem Wochenende Betten stehen als Notunterkunft. Foto: Malteser Berlin

Berlin. „Pandemie, Corona-Impfungen und jetzt der nächste Einsatz in der Ukraine-Flüchtlingshilfe: Das Land Berlin – und mit ihm die Malteser und die Berliner Hilfsorganisationen – steht nach zwei Jahren Ausnahmezustand vor der nächsten großen Herausforderung. Berlin hat einen Marathon vor sich – und wir Malteser laufen vorne mit“, sagte der geschäftsführende Vorstand der Malteser Deutschland, Elmar Pankau, am Dienstag bei seinem Besuch in der Hauptstadt. „Kaum hat das deutschlandweit größte von den Maltesern betriebene Impfzentrum an der Messe Berlin geschlossen, haben die Malteser nur drei Tage später wenige hundert Meter entfernt Zelte und Container aufgebaut, um tausende ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine zu empfangen“, so Pankau. Am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sorgen die Malteser seit knapp zwei Wochen mit fünf Zelten sowie Containern rund um die Uhr für Aufenthalts- und Ruhemöglichkeiten, eine gesundheitliche Erstversorgung sowie die Koordination des bestehenden bürgerschaftlichen Engagements vor Ort. 

Seit dem Wochenende sind die Berliner Malteser zudem eingebunden in die neue Notunterkunft am Flughafen Tegel sowie das neu entstehende Ankunftszentrum für täglich über 10.000 Kriegsflüchtlinge. „Es schlägt wieder einmal die Stunde der Hilfsorganisationen, und wir Malteser sind bereit zu helfen“, so Pankau. Erneut heiße es – wie auch schon zu Zeiten der Impfzentren – innerhalb kürzester Zeit hunderte neue Mitarbeitende zu finden, zu schulen und die gestellten Aufgaben erfolgreich zu managen. Derzeit haben die Berliner Malteser in der Notunterkunft am Flughafen Tegel, die unter Leitung des DRK gemeinsam mit den Berliner Hilfsorganisationen betrieben wird, die Organisation der Infopoints zusammen mit Sprachmittlern übernommen.

Solidarität mit Berlin aus anderen Diözesen

„Als Hilfsorganisation ist es unsere Kernaufgabe, in Katastrophen- und Krisenfällen bei der Bewältigung von Krisen zu helfen. Nach zwei Jahren Pandemie- und Impfeinsatz, ist das für die Mitarbeitenden aller Hilfsorganisationen eine enorme Herausforderung und trotzdem selbstverständlich“, so der Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Georg Khevenhüller. Er dankte den haupt- und ehrenamtlichen Maltesern sowie den Einsatzdiensten vor Ort für Ihren Rund-um-die-Uhr-Einsatz. „Ich spüre, dass Sie alle hier bereit sind, an Ihre persönlichen Grenzen zu gehen“, so Khevenhüller. Die Mehrheit der Ehrenamtlichen engagiert sich in der knappen Zeit zwischen Arbeit und Schlafen.

Besonders erfreut zeigte sich der Präsident der Malteser über die Unterstützung für Berlin aus anderen Diözesen. Derzeit sind ehrenamtliche Malteser aus Hamburg in Berlin und übernehmen für eine Woche Schichten in der Erstkontaktstelle am ZOB. „Diese Solidarität untereinander ist gerade in Krisenzeiten wichtig und stärkt uns als Verband“, so Khevenhüller im Gespräch mit den Ehrenamtlichen.

Bundesweites Engagment der Hilfsorganisation

In ganz Deutschland haben sich allein am vergangenen Wochenende rund 1.000 ehren- und hauptamtliche Malteser in der Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine unter anderem an zentralen Plätzen, wie Bahnhöfen oder kommunalen Unterkünften engagiert. Dort sorgen sie für Verpflegung und medizinische Erstversorgung. Darüber hinaus haben die Malteser vor Ort in den Diözesen bisher rund 20 Hilfstransporte in die Ukraine oder in Anrainerstaaten organisiert. Außerdem brachten Malteser aus Freiburg am Wochenende schwer erkrankte Kinder mit ihren Geschwistern und Müttern aus der Ukraine über Rumänien nach Baden-Württemberg, wo sie in Kliniken weiter behandelt werden.